Bedouin_Kids_from_Dahab
Ein herzliches Hallo an alle die uns bis hier gefolgt sind ! In Dahab werden immer wieder Kinderkleidung fuer 1 bis 5 jaehrige, groeßere Kinderklamotten und leichte Schuhe fuer die Kids gebraucht. Auch Mal+Schreibsachen und alles was so dazu gehoert sind willkommen.
Genau wie belastbares Spielzeug und aegyptisch-arabische Kinderbuecher, sowie Perlen & Steinchen zum Anfertigen von Schmuck. Die
Kids verbringen im Wechsel mit einzelnen Schultagen sehr viel Zeit in mitten der Touristen aus aller Welt und den arbeitenden Aegyptern.
Wir sind der Meinung, dass die Entwicklungsmoeglichkeiten der Beduinen Kinder durch die Reisenden, ein Stueck  mit gefoerdert werden koennen. Nun soll  gerade das  unbeeinflusst von der westlichen Welt geschehen. Doch man merkt vor Ort  schnell, dass man die Kids vor gewissen westlichen Einfluessen nicht bewahren kann. Die meisten Kids sprechen ganz gut englisch und koennen, doch  schnell Kontakt zu den Urlaubern aufbauen, vorausgestzt diese wollen das und fühlen sich nicht belaestigt und gestoert. Wir wollen mit der Webseite ein Netzwerk fuer Reisende, speziell nach Dahab bereitstellen und suchen Leute die auch bereit sind, ein wenig Platz im privaten Gepaeck frei zu machen, um einige der erwaehnten Dinge nach Dahab mitzunehmen. Um sie dann in bestimmten Beduinen-Hotels und bei Freunden in der Stadt abgeben zu koennen, brauchen wir noch weitere gute Kontakte innerhalb von Dahab und den Beduinen-Hotels vor Ort. Sich mit den Kindern zu unterhalten, wenn man in der Lage dazu ist, kann die Situation fuer alle nur verbessern. Wir haben beispielsweise manchen klar machen koennen, wie wichtig es ist freundlich zu sein und bitte zu sagen, wenn man etwas anbieten will.
Es gab jetzt innerhalb eines Jahres schon eine deutliche Veränderung der Akzeptanz der Urlauber gegenueber den Bedu-Kids. Desto mehr Urlauber sich nicht ueber die Kids beschweren, weil sie irgendwelche Leute einfach nur nerven, um so besser ist es. Jeder der hier in der virtuellen Form mitmacht um die Thematik der Beduinen Kinder noch populärer zu gestallten, kann sich mit Bildern, Kontaktdaten und Kommentaren äußern, ueber seine Erfahrungen berichten und mit dafür sorgen, dass noch mehr Menschen die in den Sinai fliegen wollen,
Samira_and_friends
Ende 2007 waren wir das erste Mal in Dahab und haben dort das Beduinen Maedchen Samira, ihre Familie und ihre vielen Freunde kennengelernt. Sie bietet den Touristen mit erstaunlicher Beharrlichkeit und ruehrender Bescheidenheit, typischen von Hand gefertigten, aegyptischen Schmuck an. Waehrend andere Kinder dort nur "give me present" oder "by one" sagen koennen, spricht Samira sehr gut englisch und hat einen durchaus fortschrittlich eingestellten Vater, der ihren Zukunftstraeumen wohl nicht grundsaetzlich entgegen steht. Den Kids wird von Seiten des Hotels natuerlich verboten den Strandabschnitt zu betreten. Arabische Security-Leute vom Hotel, die ihren Job ganz besonders gewissenhaft machen, wenn es um die Beduinen Kids geht, bewachen den Hotelstrand und jagen sie manchmal in ziemlich beleidigender und sehr missachtender Weise fort. Wir treffen sie waehrend unserer Zeit dort jeden Tag am Strand. Ihre Familie ist natuerlich durch ihre Erzaehlungen neugierig geworden und lud uns zum Tee ein. So fuhren wir also mit einem Jeep auch diesmal wieder 5 km mit. Vom Hotel entfernt fanden wir uns in Assalah, am Rande von Dahab wieder. Dort leben, viele Beduinen in typischen Verhaeltnissen. Wir wollen uns weiter mit Samira Briefe auf Englisch schreiben und unterstuetzen ihren Traum nach der 12. Klasse (sie ist jetzt in der 7.) in Kairo zu studieren. Bitte helft mit, Leute die in Dahab Urlaub machen wollen, auf diese Aktion hier aufmerksam zu machen ! Das Verschicken von Paketen nach Aegypten hat sich leider als  unsicher und sehr teuer erwiesen. Deshalb bitten wir einfach Jeden, der plant demnaechst nach Dahab zu fliegen oder der schon mal in Dahab war, die Popularitaet unserer Idee mit zu foerdern. Es ist eine rein privat organisierte Aktion für die Beduinen-Kids in Dahab. Wer noch mehr ueber den Stand der Dinge wissen will schreibt einfach eine Mail: dahab-bedouin(a)online.ms
fl_gb
Flagge_Aegypten
mAIL
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Samira2
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 ©  copiright 2009 www.bedouin-kids-dahab.net

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Ein unfassbarer Bericht über das was wir in Kairo nicht sehen konnten

ein Bericht über den Zustand der muslimischen und christlichen Religion in Kairo    KLICK HERE
-Die Beduinen

Nur mehr 50 000 Beduinen leben noch als Nomade. Die meisten sind in den letzten Jahrzehnten sesshaft geworden und viele arbeiten in der Öl- und Bauindustrie. Die nomadisierenden Beduinen - die meisten leben
auf der Sinaihalbinsel- müssen die geringsten Zeichen von Fruchtbarkeit oder Wasser erkennen können, um in einer außerordentlich kargen Landschaft unter extremen klimatischen Bedingungen überleben zu können. Jeder Stamm, dem ein Sheikh vorsteht, hat ein gewisses Territorium, in der er die saisonal günstigen Weidegebiete aufsucht. Während der Dattelernte im Spätsommer kehrt zumindest der größte Teil der Familien in die Oasen zurück. Normalerweise ernährt sich der Beduine von den Grundprodukten Datteln Ziegenkäse, Brotfladen und Kamelmilch, die entsprechend miteinander verarbeitet werden.
-Die soziale Stellung der Frau und der Familie im Islam

Der Islam fördert eine Gesellschaftsstruktur, in welcher der Mann an der Spitze steht. Feinstruktuierte Mechanismen innerhalb der Gesellschaft sorgen dafür, dass diese nicht so leicht zu erschüttern ist. Schwerpunkt der Erziehung der Mädchen ist die Vorbereitung auf die Rolle als Ehefrau und Mutter. Der Ehepartner wird noch häufig von den Eltern, nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, ausgewählt. Wichtiges Kriterium für den Vollzug der Ehe ist die vielzitierte Jungfräulichkeit der zukünftigen Braut.
Die Ehe unterliegt religiösem Recht, der Sharia. Danach übt der Mann die "eheliche Gewalt" aus, d.h. ihm steht das Recht zu, seiner Frau im täglichen Leben genaue Grenzen zu ziehen, z.B. über die Besucher zu  bestimmen. Die Frau ist verpflichtet, ihrem Mann gehorsam zu sein, sich tugendhaft zu verhalten und über den Haushalt zu wachen. Die verheiratete Frau behält ihren Mädchennamen und ihr Vermögen. Da sie frei über ihre Mitgift entscheiden darf, kann sie in geschäftlichen Angelegenheiten rein theoretisch unabhängig von ihrem Mann agieren. Derzeit sind ca. 10-15% der Ägypterinnen (nicht der Beduinen) berufstätige Frauen der  Beduinen arbeiten nur zu Hause. Bei den Ägyptern ist die Frau im Beruf dem Mann gesetzlich gleichgestellt. Während des bis zu zwei garantierten Mutterschaftsurlaubes erhält die ägyptische Frau ihre vollen Bezüge. Der Islam erlaubt dem Mann bis zu vier Frauen, allerdings nur dann, wenn er auch in der Lage ist, sie alle gleich zu behandeln, ohne eine zu bevorzugen. Seit 1985 gibt es ein Gesetz, welches der Frau die Scheidung zugesteht, wenn sie nachweisen kann, dass sie durch eine zweite Ehe materiell oder seelisch schwer beeinträchtigt ist. Eine geschiedene Frau verliert häufig ihre gesellschaftliche Stellung. Nur in gehobenen sozialen Schichten hat sie die Chance. In der Regel wird jedoch die einmalige Ehe praktiziert. Der Anteil der polygamen Verbindungen liegt unter fünf Prozent. Der Schleier, der in Ägypten fast völlig verschwunden war, wird von vielen Frauen wieder getragen- oft in einer modischen Form, die nur die Haare bedeckt, aber das Gesicht frei lässt. Wie in anderen Ländern besinnen sich die Frauen verstärkt auf eigene kulturelle Werte. Diese Rückbesinnung ist zugleich sozialer Protest gegen die " Verwestlichung" islamischer Gesellschaften. Gerade für junge und gebildete Frauen ist der Schleier daher ein Bekenntnis zu ihrer Identität als muslimische Frau und nicht als Ausdruck ihrer Unterdrückung , wie in den westlichen Kulturen häufig angenommen. Die klar abgegrenzten Aufgaben zwischen Mann und Frau lassen sich in Zusammenhang mit der Wertgkeit der Familie für uns Europäer besser verstehen. Die islamische Familie besitzt ein viel starker ausgeprägtes  Zusammengehörigkeitsgefühl sowie eine ausgeprägter Verantwortung für einander, als wir hier in den westlichen Ländern
Luxor-Tempel

Die Tempelanlage dominiert das Stadtzentrum des heutigen Luxor. Von hier aus sind es bis zum Nil, zum Bahnhof, zum Souq oder zum nächsten McDonald's nur wenige Schritte. Der Bau des Tempels wurde 1400 v. Chr. begonnen und ist den Gottheiten Amun und Mut sowie ihrem Sohn Konsu geweiht. Den Eingang der Anlage, die im alten Ägypten auch Südlicher Harem des Amun hieß, säumen zwei große Sitzstatuen Ramses' II. Der Obelisk vor der linken Statue wurde ursprünglich durch einen zweiten, kleineren vor der rechten ergänzt, doch Muhammed Ali verschenkte sie an Frankreich, wo sie seit 1836 die Place de la Concorde in Paris schmückt. Der Säulengang im Innern ist etwa 16 m hoch und hinterlässt einen gewaltigen Eindruck. Seine Wände sind mit Reliefs verziert, die das Opet-Fest darstellen, eine Tradition, die offensichtlich heute noch im Moulid des heiligen Abu Al-Haggag Al-Uqsuri fortlebt, wenn Luxors Christen und Muslime am 14. Shabaan (am 14. des islamischen Monats Shabaan) eine geschmückte Barke durch die Straßen tragen. Die Moschee des Sheikhs befindet sich auf dem Gelände des Tempels. An seinem Nordende sehen Sie den Anfang einer 3 km langen Sphingenallee, die einst bis zum Karnak-Tempel führte. Abends wird die gesamte Anlage angestrahlt. Tgl. 6-22, im Winter bis 21 Uhr, Eintritt 35 £E

Karnak-Tempel

3 km nördlich des Luxor-Tempels, ebenfalls in Nähe des Nilufers, erstreckt sich auf einem Gebiet von 250 000 m² eine ebenso eindrucksvolle wie unübersichtliche Tempelanlage. Dutzende von Herrschern bauten über 13 Jahrhunderte lang an ihr und veränderten sie ständig. Bis heute ist es den Archäologen nicht gelungen, alle ihre Rätsel komplett zu entschlüsseln. Hinter dem Eingang befindet sich der Amun-Tempel. Westlich davon steht das Heiligtum des Khonsu sowie als drittes Zentrum der Anlage der Festtempel Thutmosis' III. Hinzu kommen weitere An- und Umbauten, Hallen und Höfe, Schreine und Alleen. Am Vormittag strömen Heerscharen von Touristen in die Anlage. Am besten ist es, Sie besuchen den Tempel in der Mittagshitze, wenn die Tourbusse wieder verschwunden sind, oder sogar am frühen Abend. Nach Einbruch der Dunkelheit finden kitschige Multimediaspektakel in täglich wechselnden Sprachen statt, die so genannten Sound&Light-Shows.
Berühmt ist vor allem der riesige Säulenwald zu beiden Seiten des Mittelganges, erbaut von Ramses I. und seinem Sohn Sethos I., vollendet von Ramses II. Die 134 kolossalen Säulen haben einen Umfang von etwa
10 m und ragen zwischen 13 und 24 m auf.Der Heilige See südlich des Amun-Tempels diente den Priestern vorwiegend für rituelle Bootsfahrten und Waschungen. An seinem Ufer liegt ein großer Granitskarabäus, den Amenophis III. dem Sonnengott Atum-Chepre geweiht hatte. Tgl. 6-18.30, im Winter bis 17.30 Uhr, Eintritt 40 £E

Tal der Könige

Das Gräberfeld hinter dem Bergmassiv, dessen Gänge sich symbolisch tief ins Reich der Toten winden, ist für viele der Höhepunkt ihres Ausfluges nach West-Theben, andere sind enttäuscht. Die wirkliche Würde des Orts, in seiner weltfernen Abgeschiedenheit, erschließt sich allerdings nur, wenn der vormittägliche Touristenrummel vorbei ist und die Reisebusse wieder abgefahren sind. Die Wandmalereien der Gräber leiden unter den Ausdünstungen der Besucher, fast alle Grabbeigaben wurden über die Jahrhunderte geraubt. Sehenswert sind das Grab Ramses' IV. (Nr. 2), dessen hinterer Bereich mit Szenen aus dem Pfortenbuch geschmückt ist, das der Königin Tauseret und des Pharaos Sethnacht mit dem prunkvollen Granitsarkophag (Nr. 14) sowie das Grab Sethos' I. (Nr. 17), für viele die schönste aller zugänglichen Grabstellen. Zu den insgesamt 64 Königs- und Prinzengräbern gehört auch das von Tutench-Amun, dessen prachtvolle Beigaben im Nationalmuseum am Midan Al-Tahrir in Kairo bewundert werden können. Eintritt: 3 Gräber 55 £E,
Tutench-Amun-Grab 70 £E
Wessen Kultur ist es eigentlich?

Die Beduinen-Kinder haben den regelmäßigsten Kontakt zu den Touristen, der jedoch ausschließlich an kommerzielle Interessen gebunden ist. Sie kommunizieren mit den Fremden am Strand, um das Familieneinkommen aufzubessern. Dabei bauen sie eine Art Haßliebe zu den Eindringlingen auf: Von den Touristen ist ihr Einkommen abhängig, gleichzeitig lehnen sie deren Verhaltensweisen ab, die der moralischen Kultur widersprechen, in deren Sinne sie von ihren Müttern erzogen werden.
De facto und im Kopf haben die Beduinen eine Grenze gezogen. Diese Grenze trennt die neuen "Touristen" von den traditionellen "Gästen" und damit den Strand von der Stadt, wo traditionelles beduinisches Leben noch erhalten wird. Durch diese Trennung gelingt es den Beduinen, Nomaden der vergangenen Jahrzehnte, mit den Nomanden von heute, den Backpackern, zusammenzuleben.
Nachdem die Sinai-Halbinsel Anfang der 80er Jahre schrittweise an Ägypten zurückgegeben wurde und Frieden und Sicherheit in der Region einigermaßen wiederhergestellt waren, nahm die Zahl der Touristen zu. Im Gegensatz zu anderen Städten im Süden Sinais behielt Dahab seinen Status als Wallfahrtsort für junge Backpacker. Weil sie kaum andere Verdienstmöglichkeiten hatten und durch die ägyptische Regierung zwangsangesiedelt waren, hingen die Beduinen fast gänzlich am Tropf der Tourismusbranche. Sie hatten keine Wahl mehr, ob sie Touristen bedienen und deren in ihren Augen zügelloses Verhalten ermöglichen wollten. Dafür entwickelten sie Überlebensstrategien an der Seite der Backpacker, deren wichtigste darin besteht, den Strand als Extra-Welt, als Welt der "Neo-Nomaden" mit ihren eigenen Werten und Moralvorstellungen zu begreifen.
Die Gesichter der Backpacker wechseln sich ab, die Gemeinschaft bleibt jedoch immer die gleiche. Es mag behauptet werden, dass ihre Anwesenheit in Dahab - und wahrscheinlich auch in anderen Orten - vorübergehend ist. Nichtsdestoweniger hat diese vorübergehende Präsenz eine stabile Kultur hervorgebracht. Durch sie wird das Konzept der Backpacker als Sich-Treiben-Lassende und Entdecker, die sich von den Koffer- Touristen abheben wollen, in Frage gestellt. Backpacker bekommen ihre Kultur in Dahab schon bereitgestellt, sie müssen sie nur noch konsumieren. Der Begriff "Touristen-Blase" beschreibt nicht mehr nur die Umgebung, die von Koffer-Touristen bevorzugt wird. Ich konnte beobachten, wie die Backpacker in Dahab in ihrer eigenen "fliegenden" Blase lebten - in einer Blase, die sie überallhin begleitete und Symbole ihrer neuen Kultur mit sich führte.
Nehmen wir zum Beispiel das Freundschaftsband - ein vielfarbiges gewebtes Armband, das von Backpackern gern gekauft wird. Schnell hatten die Beduinenkinder herausgefunden, dass dies ein begehrter Gegenstand ist. Unter Einsatz aller ihrer Ersparnisse, ihrer Fantasie und ihrer kleinen Finger und Zehen, die als Ersatz-Webrahmen dienten, um die Wolle darum zu wickeln, stellten sie die Bänder her und verkauften sie an Touristen. Diese kaufen nun merkwürdigerweise kein ägyptisches oder beduinisches Souvenir, sondern ein "umgekehrtes Souvenir" ihrer eigenen internationalen Backpacker-Kultur.
Sogar die Institution der Ehe hat ihren Weg in diese eigenartige Welt gefunden, und zwar dank der strengen staatlichen Kontrolle, unter der Verhältnisse zwischen eingeborenen Männern und Touristen-Frauen stehen. Um diesen eine sorgenfreie Liebesbeziehung zu ermöglichen, gibt es in Dahab die Einrichtung einer Heirat auf Zeit. Die Paare unterzeichnen einen Vertrag in Anwesenheit eines Rechtsanwalts. Danach haben sie 40 Tage Zeit, um die Verbindung registrieren zu lassen: Das genügt, um ein paar Wochen lang das Eheglück zu genießen und sich an Haschisch zu berauschen - und dann den Vertrag zu zerreißen. Die Touristin reist weiter, und der Ägypter wartet auf seine nächste Gattin oder darauf, dass seine Geliebte ihn einlädt, zu ihr nach Europa oder in die USA zu kommen.
Ägypter und Beduinen, die die Stadt besuchen, befällt ein Gefühl der Unwirk lichkeit. Ein älterer Mann, den ich in Dahab traf, verlieh dem sehr passende Worte, als ich ihn fragte, wie ihm der Ort gefalle: "Ich habe hier kein einziges Mal eine Hochzeit oder ein Begräbnis gesehen. Die Atmosphäre ist merkwürdig - so, als ob hier keine echten Leute leben würden."
Den Rucksäcken folgen die Koffer
Widersprüchlich ist die Backpacker-Welt. Lange Zeit sind sie als unangepasste Reisende dargestellt worden, die das "Andere" erkunden und sich in die einheimischen Kulturen begeben wollen. Nur sehr wenige der Backpacker in Dahab begegnen jedoch Einheimischen außerhalb kommerzieller Interessen. Die Herausgabe von Reiseführern speziell für diese Art von Globetrottern - wie Margarete Walter oder Conrad Stein - haben eine neue Form von institutionalisiertem Tourismus geschaffen. Backpacker treffen sich in Cafés, auf Campingplätzen und sogar auf Schönheitsfarmen, die von Reiseführern empfohlen werden. Obwohl allgemein angenommen wird, dass sie Zusammentreffen mit anderen Reisenden meiden, zeigten meine Untersuchungen etwas anderes. Backpacker gehören einer Art von Gemeinschaft an und leben in einer Art Luftblase mit gemeinsamen Werten und Verhaltensmustern. Ihr Drang, unberührte Gebiete zu entdecken, führte zur Errichtung berühmter Meilensteine ihres Weges rund um die Welt: Goa, Katmandu, Dahab und andere. Die Backpacker sind so allgegenwärtig, dass sie eine eigene Kultur um sich herum errichten, die die regionalen Kulturen überschattet - obwohl es diese sind, die sie eigentlich entdecken wollten.
 
Doch auch die Backpacker-Kultur muss auf Dauer einer anderen weichen. Dahab befindet sich heute auf dem Weg zum institutionalisierten Tourismus. Auf das Dienstleistungsgeschäft für Backpacker wird das mit Sicherheit Auswirkungen haben. Bisher sind die Einrichtungen für Touristen klein und gehören Einheimischen, die damit eine Einnahmemöglichkeit bekommen. Die offiziellen Stellen sehen diese Tourismusform als zu billig und wenig gewinnbringend für die Volkswirtschaft an. Wenn jedoch erst multinationale Fünf-Sterne-Hotels die Herrschaft über die Küste übernehmen, werden Beduinen und Ägypter auch diesen geringfügigen Verdienst verlieren. Denn dann ziehen die Backpacker weiter - an einen anderen Ort, der von Touristen noch nicht entdeckt worden ist.
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Horseriding on the Beach of Dahab
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